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"Gebrauchsanweisung"

Liebe/s. Familie/Ehepaar,
wir möchten Sie zur Anschaffung Ihres jungen Hundes beglückwünschen!
Doch warum eine ausführliche "Gebrauchsanweisung" für Ihren Welpen?
Bei den meisten Züchtern bekommt man doch höchstens eine Fütterungsempfehlung in die Hand gedrückt?
Einige wehmütige Gedanken als Begründung zu Beginn:
Während ich dies schreibe, spielt die kleine Bande neben mir in der Wurfkiste.
Wir haben seit acht, neun oder zehn Wochen alles Erdenkliche getan und keine Kosten und Mühen gescheut, um unseren Welpen einen optimalen Start ins Leben zu ermöglichen.
Dazu gehört auch die sorgfältige Auswahl der Käufer. Wir haben uns dafür entschieden Ihnen einen dieser kleinen Persönlichkeiten anzuvertrauen, und doch bleibt die Sorge, was wohl aus "unseren" Hunden werden wird.
Wie Sie sich sicher vorstellen können, ist es qualvoll, sich von den Welpen nach acht bis 10 intensiven Wochen zu verabschieden und nur die Hoffnung zu haben, dass er mit seinem neuen Besitzern glücklich sein wird - und sie mit ihm.

Unser Alptraum ist ein Anruf des Welpenkäufers mit der Nachricht, er wolle den Hund zurückgeben.
Zu anstrengend, nicht schnell genug stubenrein, er mache zuviel Unsinn, das Kind habe Angst bekommen und leide nun unter psychosomatischen Asthmaanfällen. Der Ehemann störe sich an den Haaren in der Butter und drohe mit Scheidung, die Fellstruktur entwickle sich nicht 100%ig wunschgemäß, der pfenniggroße weiße Brustfleck sei auch nach drei Monaten noch nicht verschwunden....
Sie meinen, ich übertreibe?
Leider nein!
Solche Geschichten kann Ihnen jeder Züchter erzählen.
Ich weiß, dass Ihnen das Folgende selbstverständlich ist (hätten wir einen anderen Eindruck gehabt, würden Sie jetzt keinen Hund von uns haben).
Und doch möchte ich es mit einem dicken Ausrufezeichen schreiben: Mit dem Kauf haben Sie die Verantwortung für ein Lebewesen übernommen, das in guten und in schlechten Tagen in Ihrer nähe sein möchte!
Ein Besitzerwechsel ist immer eine Katastrophe für das Tier und sollte unter allen Umständen vermieden werden. In spätestens ein paar Tagen hat sich Ihr Hund so an Sie gewöhnt, dass er sich ein Leben ohne Sie nicht mehr vorstellen kann.
Bitte halten Sie zu Ihm - ein Hundeleben lang. Damit Sie am Anfang einer langen, glücklichen Freundschaft stehen, wollen wir Ihnen hiermit einige Tipps mitgeben.
In spätestens ein paar Tagen hat sich Ihr Hund so an Sie gewöhnt, dass er sich ein Leben ohne Sie nicht mehr vorstellen kann.
Bitte halten Sie zu Ihm - ein Hundeleben lang.
Damit Sie am Anfang einer langen, glücklichen Freundschaft stehen, wollen wir Ihnen hiermit einige Tipps mitgeben.

Die wichtigsten 16 Wochen

Einige von Ihnen besaßen noch nie einen Hund, bis auf einige Welpenkäufer hat niemand Erfahrung mit der Haltung unserer Rasse. Warum ist dies erwähnenswert?
Ein Hund wie der unsere ist etwas ganz besonderes und nicht unbedingt mit links zu erziehen.
Er ist kein ausgesprochener „Anfängerhund“, obwohl wir viele Erstbesitzer kennen, die einfach das gewisse „Händchen“ haben und mehr Gefühl für den Hund entwickeln als so mancher „alter Hase“.
Die Selbständigkeit die Intelligenz, die guten Nerven und die Familienverbundenheit dieser Rasse sind fast schon legendär, doch es heißt nicht umsonst: „Der Züchter schafft den Welpen, der Käufer schafft den Hund“.
Unsere Hündin ist ein angenehmer Begleiter – doch auch sie kam (leider!) nicht erzogen zur Welt. Vielleicht kennen Sie andere Hunde dieser Rasse, die Ihnen gut gefallen, und Sie möchten „auch so einen wie…“

Bitte bedenken Sie: Jeder Hund ist eine unverwechselbare Persönlichkeit, jeder Vierbeiner ist immer ein Unikat.

Wir haben alles getan, um den Welpen gut ins Leben starten zu lassen. Sie haben es in der Hand, ob aus Ihrem Fellknäul, das vielleicht in diesem Moment den Mülleimer ausräumt, ein angenehmer Hausgenosse oder ein Haustyrann wird. Bitte denken Sie stets daran: Die ersten 16 Lebenswochen eines Welpen entscheiden über seine grundsätzliche Einstellung zum Dasein.
Jetzt läuft die so genannte „Prägungsphase“, in der neue Reize verschaltet, verarbeitet und in sein Weltbild integriert werden.
Was Sie jetzt verpassen, lässt sich kaum jemals wieder gutmachen!
Täglich lernt der Welpe – ob Sie es merken und steuern oder nicht.
Das hört sich jedoch anstrengender an als es ist. Wenn Sie einige Grundregeln beachten, werden Sie bald sagen: „Einmal diese Rasse – immer diese Rasse“.
Für uns persönlich kommt jedenfalls kein anderer Hund mehr in Frage.

Hundeerziehung ist Selbsterziehung

Das Geheimnis erfolgreicher Hundeerziehung hat viel weniger mit dem Vierbeiner zu tun als Sie glauben!
Was soll das heißen?
Ihr Welpe ist ein Hund, den man als Partner erziehen muss, man sollte seine Persönlichkeit respektieren, darf nie versuchen, Ihn zu brechen, man muss sich in ihn hineinversetzen und nötigenfalls etwas früher als er wissen, was er als nächstes vor hat.
Sie müssen also lernen, ihn stets aufmerksam zu beobachten (das tut er mit Ihnen den ganzen Tag) und sein Verhalten analysieren.
Da er einen starken Charakter hat, müssen Sie ebenfalls Persönlichkeit zeigen. Ist er dickköpfig, müssen Sie noch dickköpfiger sein. Konsequenz ist ein Muss!
Zeigen Sie Autorität! Das heißt aber nicht, dass Sie ständig streng mit ihm umgehen sollten! Im Gegenteil: Hund und Mensch soll das Miteinander vor allem Freude machen.
Wir wollen keinen geduckten Hund, der verlernen musste, eine eigene Persönlichkeit zu haben (Solche armen Kreaturen findet man vielfach auf schlechten Hundeplätzen).
Was sie brauchen , ist eine Art lockere Souveränität , Klarheit im Umgang mit dem Hund, Selbstkritik und Selbstvertrauen – und viel Humor!
Denn: Wenn Sie selbst nicht daran glauben, das Rudel souverän anzuführen – wie sollte es dann erst Ihr Hund?

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