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Sie sind der Boss

Bei der Hundeerziehung kann man eine Menge lernen – vor allem über sich selbst.
Wenn Sie bis jetzt Probleme hatten, sich durchzusetzen, ist nun die Gelegenheit da, es zu üben. Damit der Hund weiß, wie er sich verhalten soll, müssen Sie zuerst wissen, was Sie eigentlich von ihm wollen.
Eigentlich logisch, oder?
Diese Klarheit müssen aber Anfänger oft erst verinnerlichen.
Ein Beispiel: Der Hund klettert auf das Sofa. Darf er das oder nicht?
Er darf es nur mit sauberen Pfötchen, nicht bei Regenwetter? Vergessen Sie´s !
Entweder, oder!
Ist der Hund erwachsen und gut erzogen, haben Sie in seiner Jugend einen klaren roten Faden vorgegeben, kann man später auch Sonderregelungen einführen. Für den Welpen und Junghund steht aber Eindeutigkeit auf dem Programm.
Besprechen Sie mit allen Familienmitgliedern, nach welchen „Spielregeln“ der Hund erzogen werden soll, damit alle an einem Strang ziehen. Sagt der eine hü und der andere hott, kann der Welpe beim besten Willen kein wohlerzogener Hund werden, weil er ständig in einem Zustand der Verwirrung lebt.
Unsere Rasse ist sehr selbständig, hochintelligent und hat einen starken Willen.
Das erfordert manchmal eine gewisse Härte (vor allem bei Rüden in der Pubertät) – es kann schon vorkommen, dass Sie von Ihrem Hund wegen wiederholtem Ungehorsam die Unterordnungsgeste fordern müssen.
Im Wolfsrudel sind Samthandschuhe unbekannt, und bitte erinnern Sie sich, wie entschieden die Mutterhündin mit ihren Welpen umspringt. Im richtigen Moment gezeigt, nimmt Ihnen Ihr Hund den rüden Ton nicht übel – im Gegenteil: In seinen Augen festigen Sie Ihren Stammplatz ganz oben in der Hierarchie. Wenn Probleme auftreten, dann meistens, weil die Dominanzbestrebungen des Hundes schon im Welpenalter nicht bemerkt und aus der Welt geschafft wurden. Sie dürfen nicht erst handeln, wenn der Hund Ihnen über den Kopf gewachsen ist. Von Welpenbeinen an muss er wissen, dass „Meuterei“ nicht geduldet wird!

Sprechen Sie mit Ihren Kindern

Die meisten von Ihnen haben Kinder in unterschiedlichem Alter.
Nicht alles, was der Hund tut oder an Bedürfnissen hat, leuchtet Kindern ohne weiteres ein. Sie sind auf Ihre Erklärung angewiesen und müssen akzeptieren, dass der Hund z. B. nicht geweckt werden darf, wenn er schläft, dass sie nicht ständig an ihm herum erziehen dürfen, dass der Hund nicht aus Böswilligkeit seine Zähne an ihren Plüschtieren ausprobiert, dass sie ihn niemals ärgern sollten usw. Der Ruf nach kinderfreundlichen Hunden setzt immer hundefreundliche Kinder voraus! Im gleichen Maße wie der Hund muss auch ein Kind, das bis jetzt noch nicht mit einem Vierbeiner zusammengelebt hat, also Regeln lernen und Grenzen akzeptieren.
Heute ist wissenschaftlich erwiesen, dass Hunde auf Kinder eine direkt therapeutische Wirkung haben: Sie sind ein Kamerad, der immer zuhört, dem man alle Sorgen erzählen kann, für den Verantwortung übernommen werden muss, den man zu achten und in seiner Einzigartigkeit zu tolerieren hat. Ein so eingestelltes Kind kann durch das Aufwachsen mit einem Hund Dinge lernen, die es sein ganzes Leben lang prägen werden. Doch ein jüngeres Kind sollte niemals mit einem erwachsenen Hund allein Gassi geschickt werden – es gibt Situationen in denen Körperkräfte und Autorität nötig sind; damit wäre ein Kind überfordert. Für Ihren Hund steht auch bei aller freundschaftlichen Verbundenheit ein „Menschenwelpe“ recht weit unten in der Familienrangfolge – schließlich ist er wie er ein „Befehlsempfänger“.

Der gereizte Satz „Du gehst jetzt sofort dein Zimmer aufräumen!“ und ein Kind, das diesem „Hörzeichen“ mit gesenktem Kopf folgt, sprechen für den Hund Bände! Unfälle mit Kindern passieren häufig, weil diese Ihre Kompetenzen überschreiten, Machtkämpfe herausfordern und der Hund die Rangfolge mit seinen Mitteln neu zu ordnen versucht. Das letzte Wort in der Hundeerziehung hat daher immer der erwachsene „Alpha-Mensch“. Obwohl der Welpe bei uns vor allem durch die Mutterhündin schon eine gewisse Früherziehung genossen hat, kann er natürlich noch keine Kommandos ausführen.
Damit er schnell lernt, ist es absolut notwendig, dass Sie sich mit allen Familienmitgliedern auf dieselben Begriffe einigen und sich strikt daran halten. Immer, wenn der Welpe etwas tut, was Sie ihm eines Tages beibringen wollen, kommentieren Sie es mit dem richtigen Befehl. Schon bald wird er wie unsere Hunde auf Handzeichen ohne Worte reagieren. Streben Sie etwa eine Begleithundeausbildung an, müssen Sie jedoch mit Handzeichen vorsichtig hantieren. Unverständlicherweise sind solche „unerlaubten Führerhilfen“ bei diesen Prüfungen nämlich verboten bzw. werden mit Punktabzügen geahndet!

Setzt er sich (rein zufällig), sagen Sie in diesem Moment „Sitz“! und „So ist es brav!“ Kommt er auf Sie zu, rufen Sie ihn; legt er sich, sagen Sie „Platz“ Anfangs wird der Welpe Sie verwundert ansehen, wenn Sie aber beginnen, systematisch zu üben, sind ihm die Grundbegriffe bereits vertraut, und er verbindet sie mit Erfolgserlebnissen. Der Grundstein für ein stressfreies Lernen ist gelegt!
Vom ersten Tag an können Sie dem Welpen zum Beispiel „Sitz!“ beibringen, wir haben es schon hin und wieder erfolgreich im Welpenauslauf von ihm verlangt. Halten Sie ein Leckerchen über seinen Kopf, und sagen Sie gleichzeitig „Sitz!“ Parallel dazu heben Sie als begleitendes Handzeichen den Zeigefinger: Der Welpe wird sich setzen, um das Leckerchen besser sehen zu können. Nun klopfen Sie ihn freundlich und loben ihn mit netten Worten. Nach kurzer Zeit führt er das Kommando auch ohne das hochgehaltene Leckerchen aus. Auf das Handzeichen sollten Sie nie verzichten, denn der Hund lernt um so schneller, um so mehr Sinne angesprochen werden. Ohren (Stimme/Hörzeichen, auffordernd, aber nett gesprochen), Augen (immer gleiches Handzeichen für diesen Befehl), Körpergefühl (klopfen oder streicheln, wenn er das Hörzeichen ausgeführt hat) sowie Geruchs- und Geschmackssinn (wenn er anschließend mit Leckerchen belohnt wird) werden hier zusammen angesprochen und wirken als Lernverstärker.

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