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Was der Welpe lernen muß
Die ersten Tage im neuen Zuhause dienen der Umstellung und der Eingewöhnung. Jetzt sollten Sie den Welpen noch nicht mit neuen Reizen überschütten, da von ganz allein viel Neues auf ihn einstürmt. Auch Besucher sollten Sie in den ersten zwei bis drei Tagen möglichst fern halten. Als Auslauf reicht anfangs der Garten völlig, denn auch der ist dem Welpen noch neu. Doch wenn er sich eingelebt und die Wiederholungsimpfung erhalten hat, beginnt die Vorbereitung auf den Ernst des Lebens – ganz spielerisch.
Die ersten Nächte im neuen Zuhause
Ihr Welpe war noch nie in seinem Leben allein, wenn Sie ihn bekommen. Ständig waren alle Geschwister und seine Mutter, den ganzen Tag über auch wir, bei ihm. Allein zu sein, ist für ein soziales Tier wie dem Hund eine Katastrophe! In den ersten Nächten, bis der Trennungsschmerz vorbei ist, sollten Sie auf keinen Fall (!!!) den Welpen für sich allein irgendwo die Nacht verbringen lassen.
Er wird Sie mit jämmerlichem Geheul herbeirufen, weil er wirklich leidet. Versetzen Sie sich in ihn hinein: Alles ist ihm neu – fremde Gesichter Gerüche und Stimmen, fremde Umgebung, fremde Situationen. Alles, was er gekannt und geliebt hat, fehlt ihm plötzlich. Um stabil zu werden, muss der Welpe Ihre Nähe erleben – optimal ist ein Schlafplatz im Schlafzimmer oder wenigstens im Flur davor. Legen Sie sich notfalls im Schlafsack neben sein Lager, aber lassen Sie den Welpen nicht alleine. Diese Geste knüpft ein enges Band des Vertrauens, und die erste Hürde zur Eingewöhnung ist genommen. Zur Beruhigung hat sich eine Wärmflache mit warmen Wasser sehr bewährt (=Körperwärme der Geschwister beim Kontaktliegen). Sie wird gemeinsam mit einem laut tickenden, mechanischen Wecker, der den Herzschlag der Mutter imitiert, in eine Decke eingewickelt und dem Hund kurz vor dem Schlafengehen auf´s Lager gelegt. Dazu kommt ein nach den Geschwisterwelpen riechendes Tuch, das wir Ihnen mitgegeben haben, und ein getragenes Unterhemd oder eine Socke von einem der Familienmitglieder. Hunde sind eben Nasentiere!
Stubenreinheit
Dadurch das unsere Welpen sich aussuchen können, ob sie drinnen oder im Garten sein wollen, sind sie bereits recht stubenrein – natürlich noch nicht 100%ig zuverlässig. Kein Hund der wählen kann, beschmutzt freiwillig seinen engsten Lebensraum. Häufchen kamen in den letzten Wochen bei uns quasi nur noch im Garten vor, Pfützen wurden ab und zu noch drinnen gemacht. Im Garten bemühten sich die Welpen, ihre Haufen nur am Zaun oder in den hintersten Ecken zu setzen. Wenn Sie folgendes beachten, wird Ihr Welpe schnell stubenrein: Nach jedem Schlafen, Fressen und ausgiebigem Spiel muss Ihr Hund ca. fünf bis 10 Minuten später sein Geschäft verrichten. Lassen Sie ihn also nach diesen drei Tätigkeiten automatisch in den Garten, und fordern Sie ihn stets mit den gleichen Worten zum Lösen auf. (Wir sagen „Mach schön!“) Sobald der Hund es getan hat, klopfen und loben Sie ihn. Für die Nacht können Sie eine Ecke in seinem Bereich mit Zeitungen auslegen. Auch in unserem Auslauf hat der Hund auf Zeitungen gemacht; vielleicht erkennt er diesen Reiz wieder. Mit der Zeit wird Ihr Welpe diese Hilfestellung nicht mehr brauchen. Damit der Welpe nachts durchschläft, sollten sie ihn abends vorm Schlafengehen (22 bis 23 Uhr) richtig müde spielen, falls er noch Bäume ausreißen kann, und einen letzten Gang in den Garten unternehmen. Legen Sie ihm einen Hundekuchen oder Büffelhautknochen auf sein Lager, mit dem er sich noch ein bisschen beschäftigen kann. Morgens sollten Sie ihm in der ersten Zeit gegen sechs Uhr (am besten noch im Morgenmantel, der Zehen zuliebe sind Gummistiefel oder vorn geschlossene Hausschuhe zu empfehlen!) die Gelegenheit geben, seine Geschäfte in den Garten zu machen. Dann Überschwängliches Loben nicht vergessen!
Lernen zu lernen – lernen zu lehren
Für das Üben gilt ganz allgemein, dass Sie aufhören sollten, wenn der Welpe/Junghund etwas besonders gut gemacht hat. Fordern Sie nicht solange Gehorsam, bis die Luft raus ist, sondern seien Sie zufrieden mit kleinen Fortschritten. Vergessen Sie nie, ausreichend zu loben! Lob ist motivierend und schafft eine entspannte Lernatmosphäre. Das Loben fällt vielen viel schwerer als das schimpfen, weil sie das Gute als Selbstverständlichkeit betrachten und gar nicht registrieren. Außerdem erfordert das Loben, dass man aus sich heraus geht und in eine recht albernen Sprache redet – man muss sozusagen das Herz auf der Zunge tragen! Macht der Hund eine Übung, etwa „Sitz“ dürfen Sie nie vergessen, ihn wieder aus der Situation zu befreien. Mit „Lauf“ (oder einem anderen Wort, das Sie sich selbst ausdenken können) wird der Hund wieder aus der Konzentration herausgelöst und darf sich wieder seinen Interessen zuwenden. Vergisst man das Entspannen der Situation, wird der Hund, wenn es ihm passt von selbst aufstehen, weggehen, etwas anderes tun… Diese Auflösung der Lernsituation verlangt auch von Ihnen größte Konzentration, denn Sie müssen sofort korrigierend eingreifen, wenn der Hund sich ohne Ihre Erlaubnis entfernen und entziehen will. Darum: Üben Sie nur, wenn Sie einen guten Tag haben. Hektik, Stress, Nervosität und schlechte Laune führen zu Misserfolgen und haben bei der Hundeerziehung nichts zu suchen.


