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Grenzen setzen

Wie oben schon gesagt, muss der Welpe von Anfang an wissen, was erlaubt und was verboten ist. Wenn der Hund Sie zu fest beißt, sagen Sie streng „Nein“, und brechen das zu wilde Spiel sofort ab. Warten Sie einen Moment, wenden Sie sich kurz einer anderen Tätigkeit zu. Dann streicheln Sie ihn, und testen Sie, ob er auch jetzt wieder zu fest beißen würde, falls ja, geht das ganze von vorne los. Loben Sie ihn für sanftes Verhalten. Im Notfall wird der kleine Rabauke mit einem Griff über den Fang blitzschnell gemaßregelt, dann gehen Sie zur Tagesordnung über. Gleiches gilt, wenn er Sie anknurren sollte, etwa weil er nicht auf Ihren Schoß bleiben will oder das Bürsten nicht mag. Von Anfang an dürfen Sie Aggressionen Menschen gegenüber nicht dulden – auch wenn sich das Knurren jetzt noch recht niedlich anhört. Wenn der Welpe Sie entschieden anknurrt, ist dies kein Zeichen von Bosheit und Falschheit, sondern von Selbstbewusstsein. Da er im Familien-Rudel – bei aller Liebe – unter Ihnen steht, muss er entsprechend zurechtgewiesen werden.

Es gibt allerdings auch ein Spielknurren, das eine etwas andere Bedeutung hat. Wenn Sie etwa mit einem Tuch Beutespiele machen und der Welpe knurrt beim Ziehen, ist dies nicht so dramatisch. Haben Sie etwa das Gefühl, er steigert sich in die Wildheit hinein, brechen Sie das Spiel ab, verlangen aber das Tuch als Ihre Beute. (Es gibt auch ein Knurren aus Verunsicherung heraus, doch davon sehen wir an dieser Stelle einmal ab.) Das Hörzeichen „Fuß!“ ist die verkürzte Form von „Bei Fuß!“ Natürlich kann Ihr Hund zu Beginn nicht perfekt an durchhängender Leine gehen, aber er muss üben, nicht zu ziehen und Sie in alle möglichen Richtungen zu zerren.
Gehen Sie anfangs immer in die Richtung, in die Ihr angeleinter Hund sowieso will (wenn er nicht mitten auf die Straße geht, versteht sich). Das Angeleint sein soll ihm nicht unangenehm sein. Loben Sie ihn mit netten Worten („So ist er brav!“), wenn er einigermaßen manierlich an Ihrer linken Seite läuft. Diese Seite ist Erziehungsstandard für das Führen eines Hundes. Auf jeden Hundeplatz werden Sie den Hund links führen müssen – da ist es praktisch, es ihm von Beginn an beizubringen. Außerdem ist es angenehm, wenn der Vierbeiner einem nicht ständig von einer Seite auf die andere springt. Bewegt man sich auf Landstraßen ohne Bürgersteig, hat man den Hund außerdem links automatisch auf der Grabenseite und nicht da, wo die Autos vorbeifahren. Auf den Erkundungsgängen mit dem Welpen sollten Sie völlig auf die Leine verzichten, wenn keine Gefahr durch Autos oder rasenden Radlern besteht. Der Hund folgt Ihnen (wenn nicht, verstecken Sie sich kurz und rufen Sie ihn zu sich oder laufen vor ihm davon). Ziel ist es, auch den erwachsenen Hund später in Auslaufgebieten frei laufen lassen zu können. An der Straße leinen wir unsere Hunde jedoch grundsätzlich aus Sicherheitsgründen an.

„Sitz“

Gleich vom ersten Tag an, sollten Sie „Sitz!“ üben, indem Sie ein Leckerchen oder ein Spielzeug über seinen Kopf halten und überschwänglich loben, sobald er sich gesetzt hat. Auch an jeder Bordsteinkante ist das Sitzen Pflicht, damit der Hund nicht einfach auf die Straße läuft. Sie sollten es schon jetzt einüben. Plötzlich merkt man erst wie viele Bordsteine es so in der Umgebung gibt! (Bin ich ohne Hund unterwegs, denke ich an jedem Bordstein, ich müsste anhalten und meinen imaginären Hund sitzen lassen – so verinnerlicht man diese Dinge nach ein paar Jahren!) Nach ein paar Wochen setzt sich der Hund von selbst, wenn Sie an einer Straße stehen bleiben und leicht mit dem Finger auf seinen Po tippen oder nur den Zeigefinger heben. So ein Hund ist Werbung für die Hundehaltung im Allgemeinen!

„Nicht anspringen“

Dass der Welpe Sie anspringt, hat einen einfachen Grund: Er möchte Ihre Mundwinkel lecken. Dies ist eine unterwürfige, freundliche Geste der Mutterhündin gegenüber, die den Würgereiz bei ihr auslöst (im Wolfrudel klappt das; Hunde sind da schon weniger instinktsicher) – es ist also eine Futterbettelgeste. Damit der Hund keinen Grund hat, Sie anzuspringen, sollten Sie sich also zu ihm bücken. Sie können den Kopf auch abwenden, werden aber merken, dass er es wirklich auf Ihren Mund abgesehen hat (bei entwurmten Hunden ist es kein Dilemma, etwas am Ohr oder an der Wange geleckt zu werden; es muss ja nicht direkt auf den Mund sein). Begrüßen Sie ihn nett und lenken Sie ihn dann mit einem Spielzeug – vorzugsweise einem Lappen – zum Hineinbeißen oder Apportieren ab. Loben Sie ihn aber nie durch freundliches Streicheln, während er Sie anspringt, denn der Hund verknüpft dann falsch, Sie fänden Anspringen prima! Setzen Sie seine Pfoten stattdessen nach unten, und sagen Sie in bestimmendem Tonfall „Nein“ Stehen alle Pfoten auf dem Boden – loben, loben, loben!

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