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Den Welpen aufmerksam machen

Der bekannte Hovawartausbilder Paul Kufner hat einmal gesagt, man müsse Welpen zum Staunen bringen. Mit den Worten „Guck mal“ oder einem fragenden „Hallo?“ können wir unseren Hunden mitteilen, dass gleich etwas Besonderes passiert. Aufmerksamkeit ist die Grundlage jedes Lernens. Der Hund lernt sich zu konzentrieren. Guckt der Vierbeiner Sie fragend an, bekommt er ein Leckerchen und/oder wird mit der Stimme gelobt und geklopft. Später kann man echte Befehle nachschicken. Durch „Guck mal!“ kann man auch den erwachsenen Hund von brenzligen Tätigkeiten abziehen (wenn Sie z. B der Meinung sind, er sollte jetzt nicht eine bestimmte Person begrüßen oder einen bestimmten Hund anbellen). Mit diesen „magischen Worten“ lenken Sie die Aufmerksamkeit ganz auf sich und schaffen ein unsichtbares Band des Verstehens.

Die Welt kennen lernen

Viele die einen großen Garten, Haus und Hof haben, wo der Hund sich nach Herzenslust austoben kann, meinen, damit hätten sie alles, um den Vierbeiner glücklich zu machen. Sicher sind Haus und Hof wunderbar, reichen aber hinten und vorne nicht, um aus dem Hund einen wesenssicheren, angstfreien Begleiter zu machen. Bei Wesenstests versagen in der Regel eher die „Hofhunde“ als die „Stadthunde“ – das sollte zu denken geben! In den ersten Wochen und Monaten bei Ihnen müssen Sie ein regelrechtes Programm mit dem Welpen durchlaufen, damit er die große, weite „Welt“ kennen lernt und sich nicht nur in seinem „goldenen Käfig“ sicher fühlt.

Dazu gehören:

*Er sollte in unbekannten Situationen, sofern Sie ihn anleinen müssen, aber nicht aus dem Halsband schlüpfen können. Nötigenfalls etwas enger schnallen!

Fragen Sie jedoch vorsichtshalber immer, ob der Spielkamerad Hund ordnungsgemäß geimpft ist, denn Parvovirose und Staupe sind auf dem Vormarsch und gefährden Ihren Hund, besonders wenn er noch nicht nachgeimpft wurde. Die Teilnahme an so genannten Prägungsspieltagen nach WEIDT empfehlen wir ausdrücklich. Wir werden Ihnen am Telefon noch einiges über Sinn und Zweck erzählen. Für eine gute Sozialisation und das lernen des richtigen Umgangs mit Artgenossen ist die Zeit bis etwa zur 16. Lebenswoche von unschätzbarem Wert! Suchen Sie Kontakt zu anderen geimpften Hunden, und erfreuen Sie sich an ausgiebigen Spielstunden! Verpasst man es, den Hund in den ersten 16 Wochen mit vielen, vielen Dingen vertraut zu machen, hat man später möglicherweise trotz des riesigen Geländes, auf dem er lebt, und der aufwendigen Aufzucht bei uns, ein Nervenbündel, das schon vor seinem Schatten Angst bekommt… Wichtig bei der Konfrontation: Dass Welpen Vorsicht walten lassen und nicht heldenhaft auf alles neues zustürzen, ist normal und sinnvoll. Unbekanntes ist auch immer potentiell gefährlich, darum muss der Hund erst abschätzen dürfen.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Viele Welpen jammern auch, wollen über die unbekannte Brücke nicht laufen, oder die Straße auf der anderen Seite ist ihnen nicht geheuer. Machen Sie jetzt nicht das, was nahe liegt: Trösten Sie oder kraulen Sie den Hund nicht, sondern sagen Sie souverän und bestimmt „Komm! Es ist alles okay!" Das mitleidige Trösten ist durch Menschenaugen gesehen zwar angebracht, bestärkt aber den Welpen in seiner Angst und belohnt ihn unbewusst dafür! Sie als Rudelchef/in zeigen, dass Angst unnötig ist und gehen mit gutem Beispiel souverän voran in die „Gefahr“. Das beste Beispiel ist das Trösten bei Gewitterangst von Menschen, die selbst beim Donner zusammenzucken. Auf diese Weise lernt man als Welpe, dass Gewitter fürchterlich sind, und man sie nur unterm Sofa überstehen kann. Üben Sie „Donner“, indem Sie Spiele mit knallenden Brötchentüten veranstalten. Machen Sie den Welpen aufmerksam, zeigen Sie ihm die Tüte, knallen Sie dann mit großem Holdrio, und überlassen Sie ihm anschließend die Tüte als Beute zum Zerlegen. So lernt er, den Knall mit Annehmlichkeiten zu verknüpfen und wird Silvester mit einem Achselzucken über sich ergehen lassen. So wird Ihr Hund „Schussfest“.