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Apportier-Spiele

Viele Welpen haben großen Spaß daran, Dinge herumzuschleppen und zu apportieren. Wie man inzwischen weiß, ist dies eine Intelligenzleistung, die man fördern sollte. Ein erwachsener Hund, der gern bringt, legt bei einem Spaziergang viel mehr Kilometer als Sie zurück! Hocken Sie sich auf den Boden, und zeigen Sie dem Welpen einen kleinen Ball („Guck mal“).
Dann rollen bzw. werfen Sie die „Beute“ weg. Große Entfernungen registriert der Welpe natürlich noch nicht so schnell, zwei bis drei Meter reichen anfangs völlig. Bringt der Welpe den Gegenstand von selbst (Hörzeichen „Bring´s! Hiiiier!“), loben Sie ihn überschwänglich. Tut er es nicht, laufen Sie in die entgegengesetzte Richtung, er wird ziemlich sicher mit dem Ball zu Ihnen kommen. Auf „Aus!“ muss er den Ball oder was auch immer hergeben. Verfolgen Sie oder die Kinder den Hund niemals, wenn er Beute zu Ihnen bringen soll! Sollte er im Feld mal etwas finden, was er vielleicht fressen will, würde er wieder das alte „Krieg-mich-doch-Spiel“ veranstalten, und Sie hätten das Nachsehen. Auch festigt das Apportieren die Rangfolge: Der Rudelchef (Sie) lässt sich die Beute bringen, der rangniedere Überbringer muss sie mit Ihnen teilen! So steckt in jedem Spiel eine Portion Ernst. Ein weiteres beliebtes Welpenspiel ist das „Totschütteln“ von Lappen oder Ihrer Hose! Während man letzteres unterbinden sollte, ist das Lappenschütteln erlaubt. Unsicheren Hunden sollte man den Lappen öfter als Beute überlassen, während kleine „Helden“ ihn öfter an Sie abtreten müssen. Während der Zeit des Zahnwechsels (ab dem vierten Monat zu erwarten) bitte auf zu starkes Ziehen verzichten!

„Platz“

Wie das Sitz kann man auch das Hinlegen spielerisch trainieren um einen, indem man immer „Platz“ sagt, wenn der Hund sich sowieso gerade niederlässt. Zum anderen indem man zwischen den Pfoten des sitzenden Hundes ein Leckerchen oder ein Spielzeug entlang nach vorne zieht. Klar, dass man auf einer korrekten Ausführung in den ersten Monaten noch nicht mit aller Strenge bestehen sollte. Unter keinen Umständen darf man die Lernfreude des Hundes aus übertriebenem Ehrgeiz ruinieren. Der erfolg bei der Hundeerziehung steht und fällt mit dem Lob im richtigen Moment, der knappen Dosis ganz gezielter Strafe auf frischer Tat und dem Lernen in kleinen Schritten.

„Bleib“

Das ist eine Übung, die man vom Welpen nur in Ansätzen verlangen kann. Gemeint ist nicht das Alleinbleiben, sondern das Verharren in einer bestimmten, zuvor verlangten Stellung wie Sitz oder Platz. Während man sich am Anfang nur einen halben Meter entfernt und den Welpen dann sofort zu sich ruft, müssen erwachsene Hunde auch eine Entfernung von 50 m ohne zu zappeln ertragen.
Doch bis dahin ist es für den Welpen ein weiter Weg. Gehen Sie nie so weit vom Welpen weg, dass er von selbst aufsteht und zu Ihnen läuft. Falls es doch einmal passiert, schimpfen Sie kurz und bringen ihn dorthin zurück, von wo er gekommen ist. Die Schuld für sein Verhalten lag ganz klar bei Ihnen: Sie haben mehr verlangt, als er geben konnte. Verringern Sie den Abstand wieder, und sorgen Sie für Erfolgserlebnisse bis zur nächsten vorsichtigen Steigerung.

Im ersten Jahr keine Gewaltmärsche!

n den ersten Wochen und Monaten, ja bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres, sind große Wanderungen und lange Spaziergänge für Ihren Hund verboten. Bänder und Sehnen, Muskulatur und Skelett sind noch weich und verformbar. Gerade ein schnellwüchsiger Hund kann durch Überforderung in der Jugend schwerwiegende Erkrankungen des Bewegungsapparates davontragen. Leider stimmt es auch nicht, dass der Welpe unterwegs schon von selbst anzeigt, wann er genug hat. Er folgt Ihnen blind, weil er an Ihnen hängt und an Ihrer Seite sein möchte. Soweit, dass er sich auf dem Weg ins Gras wirft, weil er vor Erschöpfung nicht mehr weiter kann, darf es gar nicht erst kommen. (Im Garten darf der Welpe soviel springen und rennen, wie er von sich aus mag, denn hier hat er viele Rückzugsmöglichkeiten). Für die ersten Wochen gilt draußen: lieber einige Male ganz kurze Gänge, als wenige lange. Ab dem 1. Lebensjahr können Sie den Hund auch am Rad laufen lassen - keinesfalls vorher! Was für die Spaziergänge gilt, gilt nämlich für den Dauertrab am Fahrrad erst recht. Laut Straßenverkehrsordnung muss man Hunde auf der Straße am Rad an der rechten Seite führen; es ist also sinnvoll, ihn von Beginn an an diese Seite zu gewöhnen.

Treppensteigen vermeiden

Die gefürchtete HD ist eine Erbkrankheit, sie kann durch ungünstige Haltungseinflüsse aber auch begünstigt werden. Für junge Hunde (besonders großer, schwerer Rassen) sind daher Treppen mit vielen Stufen tabu – tragen Sie ihn hoch und runter bis er ca. 20 kg wiegt und Sie ihn nicht mehr schleppen können. Sichern Sie Treppen durch Kindergitter oder ähnliches. Weite Grabensprünge, Agility- Hindernisse oder der Sprung ins Auto und heraus sind im ersten Jahr zu vermeiden!Zur Fütterung entnehmen Sie bitte alles Wesentliche dem beiliegenden Futterplan. So, jetzt aber nach soviel Theorie endlich die Praxis: Sie haben ein neues Familienmitglied übernommen, wozu wir herzlich gratulieren! Bestimmt kommen wir Sie einmal besuchen, um zu sehen, wo unser einstiger kleiner Bär jetzt lebt. Wir würden uns wahnsinnig freuen, ab und zu etwas von ihm zu hören oder Sie mit ihm auf der ein oder anderen Ausstellung zu treffen. Über Fotos wären wir natürlich besonders glücklich!

Wir wünschen Ihnen alles, alles Gute für das Zusammenleben mit ihrem neuen Hund!