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„Erziehungsberechtigung“
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Jeder Mensch hat einen ganz bestimmten Stil, einen Hund etwas beizubringen, die Hörzeichen auszusprechen und überhaupt mit ihm umzugehen. Übertragen Sie das Amt des Haupterziehers dem in der Familie, der ruhig und bestimmt auftritt, der sich Konsequenz am ehesten zutraut. Alle anderen (das gilt auch für die Kinder) dürfen Gelerntes auch mit dem Hund üben, wenn er es begriffen hat. Aber es hat sich bewährt, ihm Neues vor allem in den ersten sechs Monaten immer von einer Bezugsperson zu vermitteln. Im Grunde muss der Hund anfangs vor allem lernen, zu lernen. Und der Mensch lernt, ihm klar zu machen, was er eigentlich tun soll! Wichtig für das Üben: Hören Sie auf, wenn der Hund es gerade ganz prima gemacht hat, überspannen Sie den Bogen nie so lange, bis er sich nicht mehr konzentrieren kann! Der Vierbeiner muss mit einem Erfolg aus der Übungssituation entlassen werden! Üben Sie lieber in drei Stunden noch einmal fünf Minuten als jetzt zwanzig Minuten. Junge Hunde können weder lange still sitzen, noch ihre Aufmerksamkeit lange auf einen Punkt richten. Seien Sie mit kleinen Fortschritten zufrieden. Bis zu einem Alter von etwa neun Monaten sollten Sie Gehorsam hauptsächlich spielerisch einfordern. Nun beginnt die Pubertät (erste Läufigkeit der Hündin, verlässliches Beinheben beim Rüden), in der Sie auf Ihre Eignung als Rudelführer getestet werden und verstärkt Autorität demonstrieren sollten. |
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Richtiges Timing von Lob und Strafe
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Die Erziehung beginnt beim Hund schon in der Wurfkiste. Unsere Hündin hat den Welpen vor allem Tabus gesetzt: Sie sollten nicht mehr an die Zitzen gehen, sie mussten einen Hundekuchen liegen lassen, sie durften nicht in bestimmte Ecken des Gartens, sie sollten ihre Wurfgeschwister nicht so fest beißen usw. Dies fortzuführen, wird Ihre Hauptaufgabe in den ersten Wochen sein. Die wichtigsten Wörter für den Welpen sind daher „Nein“ (wenn er Unsinn anpeilt) und „Pfui ist das“, (wenn er dabei ist, etwas anzustellen). Dreht er ab, lässt er sein Vorhaben fallen, hört er auf, etwa am Teppich zu knabbern, muss er unmittelbar nach seiner „Einsicht“ gelobt werden. Hunde sind Egoisten, die Ihren Vorteil suchen. Sie gehorchen nicht, um Ihnen einen Gefallen zu tun (schön wär´s!), sondern weil sie bald wissen: Gehorchen ist schön (ich werde gelobt durch „weiche“ Worte, durch Kraulen, durch Leckerchen) – nicht zu gehorchen ist nicht schön („Ich werde bestraft durch harte Worte und strenge Blicke, wenn ich auf frischer Tat ertappt wurde, werde ich vielleicht sogar gepackt“). Der Welpe wird lernen, dass der Lustgewinn durch das Teppichkauen sofort Unlustgefühle durch Strafe nach sich zieht. Daher darf Strafe nur als sofortige Reaktion auf eine Tat erfolgen. Niemals, wenn man den ruinierten Teppich erst später findet. |
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Viele Hundebesitzer behaupten, der Hund wisse ganz genau, wenn er Unrecht getan habe. Er stünde schließlich mit gesenktem Kopf am Tatort und zeige Reue. Das ist Unsinn und Wunschdenken: Der Hund ist ein hochsoziales Tier, das Stimmungen seiner Rudelmitglieder sofort wie ein Seismograph registriert, und hier merkt er, dass der Haussegen schief hängt. WARUM, ist ihm moralisch nicht einsichtig. Durch Demutsgesten versucht er, das soziale Gefüge wieder ins Lot zu bringen. Der Welpe wird die verspätete Strafe nie mit der Tat verknüpfen, sondern zu recht höchst unfair finden. Wenn Sie sich jetzt nicht unter Kontrolle haben, gefährden Sie das Vertrauensverhältnis zu Ihrem Hund, der Sie nur noch als uneinschätzbaren Willkürherrscher betrachtet, für den man keine Pfote ins Feuer legt. Treten Sie lieber gegen die Wand, und überlegen Sie, wie Sie es einrichten können, den Hund beim nächsten Mal auf frischer Tat zu ertappen und dann strafen zu dürfen. Gleiches gilt für das beliebte Weglaufen und jagen gehen des halbwüchsigen Hundes. Niemals darf der Hund bestraft werden, wenn er nach einer Rehhatz zu Ihnen zurückkommt! Feiern Sie stattdessen überschwänglich seine Rückkehr, und wirken Sie bei der nächsten Gelegenheit auf ihn ein wenn er sich noch im Weglaufen befindet, oder noch lange auf der Spur schnüffelt. Man muss die Situationen die man aus der Welt schaffen will, künstlich herbeiführen, um angemessen reagieren zu können. |
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